Carol und Ralph
- Noch einmal verliebt -
Komödie von Joe DiPietro
Für die Liebe ist man nie zu alt. Noch dazu wenn es sich um ein Pärchen handelt, das unterschiedlicher kaum sein könnte. Ralph Bellini, Witwer und Eisenbahner im Ruhestand, hat es noch einmal erwischt. Das Ziel seiner Wünsche ist Carol, die aus Tierliebe und Einsamkeit auf den „Hund“ gekommen ist. In einem kleinen New Yorker Park, in dem viele Hundebesitzer ihre Hunde „Gassi“ führen, lernt Ralph seine angebetete Hunde-liebhaberin kennen. Opernsänger wollte er werden; ein erfolgreiches Vorsingen an der New Yorker MET wurde durch besondere familiäre Umstände vereitelt. Doch seine Liebe zur Oper ist ungebrochen. Aber er trägt auch schwer an seiner Einsamkeit, die nur seine Schwester Rose entgegen steuert. Er steht unter der Fuchtel von Rose, die ebenfalls innerlich vereinsamt ist und die in Carol einen Störfaktor für ihr streng geregeltes Leben sieht. Und in dieser tristen Lebenssituation taucht nun plötzlich Carol, die Dame mit dem Hündchen auf. Mit charmanter Penetranz umgarnt Ralph seine Flamme nach allen Regeln der Kunst. Er rückt zart näher, stolpert aber zugleich von einem Fettnäpfchen ins andere. Die distinguierte Carol blockt zunächst Ralphs ungeschickte, aber trotzdem charmanten Annäherungsversuche ab, kramt Strickzeug aus ihrer Tasche um ihre Unsicherheit zu verbergen, denn auch ihr Leben ist von Höhen und Tiefen geprägt. Nur zögernd lässt sie die Maske der Unnahbaren fallen und signalisiert dem strahlenden Ralph, dass die Leidenschaft keine Altersgrenzen kennt.
Eine Liebesgeschichte, offen, ehrlich und anrührend erzählt. Die Begegnungen der beiden sprühen vor Charme und dem gesamten Gefühlsspektrum frisch Verliebter – Annäherung und Ablehnung, Erotik und Distanz. Aber wie in jeder guten Geschichte gibt es auch Fragen und Abgründe, die wie Gewitterwolken über der beginnenden Romanze schweben. Ein Lehrstück über das Leben, wunderbar einfach und plausibel gesponnen. Die I–Tüpfelchen aber sind die Szenenübergänge: Ein junger Bariton, die Erinnerung Ralphs an seine eigene Jugend und die Projektion dessen was aus ihm hätte werden können, schafft es aus einem wunderbaren Theaterabend auch noch eine musikalische Opernreise zu machen.
Spieltermine